Was kostet ein Livestream, und was treibt den Preis
Kameras, Länge, Ort und Internet. Dazu ein Posten, den Sie in unserem Angebot nicht finden, weil wir ihn nicht separat berechnen - ein Backup von wirklich allem.

„Was kostet das?“ ist bei fast jeder Anfrage die erste Frage. Und ehrlich gesagt: „Kommt darauf an“ mag stimmen, hilft aber niemandem. Also hier die Aufschlüsselung - worauf es ankommt, und warum zwei Events mit gleich vielen Gästen im Preis um das Doppelte auseinanderliegen können.
Unsere Livestreams beginnen bei 600 EUR. Dafür übertragen wir ein kürzeres Event mit einer Kamera, an einem Ort mit brauchbarem Internet, zu dem wir fahren können. Ein einfacheres Sportevent mit 3 bis 4 Kameras und zwei Stunden Sendezeit beginnt bei 1.400 EUR.
Dazwischen liegt ein breites Band, und eine Handvoll Dinge entscheidet, wo Sie darin landen.
1. Wie viele Kameras
Der größte Posten im ganzen Angebot. Jede zusätzliche Perspektive bedeutet ein weiteres Signal in der Bildregie und einen längeren Aufbau.
- Eine Kamera. Eine Pressekonferenz, ein Vortrag, eine Sitzung. Der Redner und seine Folien, mehr braucht es nicht.
- Zwei oder drei. Der Standard für eine Konferenz. Eine Totale, eine Nahaufnahme des Redners, ein Blick ins Publikum. Niemand will einen halben Tag lang auf dieselbe Perspektive starren.
- Vier und mehr. Galaabende, Konzerte, Sport. Überall dort, wo mehrere Dinge gleichzeitig passieren und das Umschneiden die halbe Sache ist.
Mehr Kameras bedeuten aber nicht automatisch mehr Leute. Wir setzen auch robotische PTZ-Kameras ein, die dem Redner von allein folgen - mit KI-Tracking kann ein Operator locker zwei davon fahren. Bei einer Konferenz, wo der Redner über die Bühne läuft und sonst nicht viel passiert, spart das Geld, und am Ergebnis merkt es niemand. Beim Sport, wo sich Dinge im Bruchteil einer Sekunde entscheiden, wollen wir einen Menschen hinter der Kamera.
Sie wissen nicht, wie viele Sie brauchen? Kein Problem. Beschreiben Sie das Event, wir rechnen es für Sie aus.
2. Wie lange es läuft
Hier steckt ein Haken, der fast alle überrascht: Sie zahlen nicht nur die Sendezeit. Zu jedem Event gehören Anfahrt, Aufbau, Kalibrierung, ein Testlauf - und das Abbauen danach. Bei einer ganztägigen Konferenz sind wir regelmäßig zwei bis drei Stunden vor der ersten Live-Kamera vor Ort.
Deshalb kostet ein fünfstündiges Event mehr als ein zweistündiges, aber nicht das Zweieinhalbfache. Gebaut wird in beiden Fällen fast dasselbe.
3. Wohin wir fahren
Prag, Brünn, Ostrava oder gleich ins Ausland - der Transport der Technik und die Zeit des Teams auf der Straße schlagen sich immer im Preis nieder.
Auch die Location selbst spielt eine Rolle. Ob man am Eingang parken kann oder alles quer durchs halbe Gebäude getragen wird. Wie weit es zur Bühne ist. Wo die Regie stehen kann. Meist erkennen wir das anhand von Fotos, bei größeren Events kommen wir zur Besichtigung vorbei.
4. Internet
Der am meisten unterschätzte Posten überhaupt. Gäste-WLAN reicht für eine Übertragung nicht - sobald sich zweihundert Leute mit ihren Handys einwählen, geht der Stream als Erstes in die Knie.
Deshalb fragen wir immer nach der konkreten Leitung. Und wenn sie nicht taugt - oder es niemand so genau weiß - lösen wir es per Satellit oder mit Mobilfunkdaten vom Anbieter. Das ist ein zusätzlicher Posten. Immer noch billiger als ein Event, das schiefgeht.
5. Was Sie sonst noch dazuhaben wollen
Hier gehen die Preise am weitesten auseinander, weil es reichlich Möglichkeiten gibt:
- Ton. Wie viele Mikrofone gebraucht werden und ob der Saal einen Tontechniker hat, von dem wir das Signal abholen können, oder ob wir die ganze Beschallung selbst machen. Ein Podium mit sechs Leuten am Tisch ist eine andere Arbeit als ein Redner mit Ansteckmikrofon.
- Licht. Bühne und Set ausleuchten. Eine Kamera braucht mehr Licht als das menschliche Auge - ein Raum, der in echt großartig aussieht, kann auf dem Bildschirm matt und flach wirken.
- Replay. Ein zweiter Blick auf einen strittigen Moment oder eine schöne Aktion. Dafür braucht es eine eigene Person.
- Live-Grafik. Punktestände, Namen, Zeiten - live, während sie sich ändern.
- Drohnenaufnahmen. Ein Blick von oben, den Sie vom Stativ aus nicht bekommen.
- Eigene Grafik. Stings, Übergänge, Musik, Effekte. Ein eigener Look für das ganze Event.
- Redner aus der Ferne. Zoom, Teams oder Google Meet in die Übertragung zu holen heißt nicht, „den Call auf die Leinwand zu legen“ - es ist ein weiteres Signal, das in Bild und Ton zusammenpassen muss.
Nichts davon hat einen Festpreis, und das halten wir bewusst so. Ein Name und ein Punktestand in der Bildecke ist die eine Aufgabe, ein komplettes Grafikpaket mit Stings eine andere. Das wird für das konkrete Event kalkuliert.
Warum wir von allem zwei dabeihaben
Und jetzt die Sache, die Sie in unserem Angebot nicht als eigene Zeile finden, weil wir sie nicht separat berechnen.
Wir bringen von wirklich allem ein Backup mit. Kameras und Objektive. Eine zweite Regie und einen zweiten Bildmischer. Zwei unabhängige Internetleitungen, zwischen denen wir mitten in der Übertragung umschalten können. Ton, Strom, parallele Aufzeichnung.
Das ist keine am Schreibtisch erdachte Vorsicht. Über die Jahre hat uns so vieles im Stich gelassen, dass wir schlicht nicht mehr ohne Backup losfahren. Technik geht im ungünstigsten Moment kaputt - das ist kein Pessimismus, das ist Erfahrung. Der einzige Unterschied ist, ob Sie Ersatz dabeihaben oder vor Ort stehen und dem Kunden erklären, dass heute nicht gesendet wird.
Wir sagen es offen: von allem zwei zu haben kostet uns viel. Anschaffung, Transport, Wartung. Es ist einer der Gründe, warum wir nicht die Billigsten am Markt sind.
Aber eine Live-Übertragung hat eine unangenehme Eigenschaft - sie passiert einmal. Es gibt kein Morgen und keinen zweiten Versuch. Und wer uns bucht, will Sicherheit und keinen Rabatt.
Wenn Sie Angebote vergleichen, fragen Sie die anderen auch danach. Die Antwort sagt einiges über den Anbieter.
Und die Aufzeichnung?
Das legen wir vorher fest. Manche wollen eine Festplatte gleich vor Ort mitnehmen, anderen reicht ein Schnitt eine Woche später - und das macht einen Unterschied für den Preis wie für das, was wir mitnehmen. Sagen Sie uns vorab, was Sie brauchen, wir schreiben es ins Angebot.
Was auch immer wir vereinbaren: die parallele Aufzeichnung läuft immer. Selbst wenn mittendrin das ganze Netz ausfällt, ist das Event aufgezeichnet.
Warum wir keine Spanne nennen
„Irgendwo zwischen 600 und 3.200 EUR“ ist keine Antwort, mit der sich ein Budget planen lässt. Wir fragen lieber vier Dinge - was Sie veranstalten, wo, wann und wie lange es dauert - und schicken innerhalb von zwei Werktagen eine konkrete Zahl. Sie wissen vor der Unterschrift, was drin ist.
Denn der teuerste Livestream ist der, der noch einmal gemacht werden muss. Und der zweitteuerste ist der, bei dem Sie mittendrin merken, dass der ursprüngliche Preis das gar nicht abdecken konnte, was Sie erwartet haben.
Hinter den Kulissen

Konferenzregie - Multiview, Mischung und Aufzeichnung an einem Ort 
Bildregie bei einem Galaabend 
Direkt am Ring, TBL Deutschland 
Nach Sendeschluss, TBL 10 Nürnberg



